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Reise 2011

April

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Im April 2011 haben wir mit einer interessierten Reisegruppe einen Besuch beim Luminawa-Projekt in Lubuagan gemacht.

Wir sind wie immer mit viel Gepäck gereist. Auf Wunsch unserer Projektpartner haben wir eine Kaffeeröstmaschine mitgeschleppt. Sie besteht aus einem elektrischen Drehgrill, der eine mit Kaffeebohnen gefüllte Waschmaschinen­trommel, langsam und regelmässig auf der heissen Flamme dreht. Darin kann man grössere Mengen gleichzeitig rösten und die Frauen müssen nicht stundenlang im Rauch sitzen.

In Lubuagan angekommen wurden wir freudig begrüsst. Ganze Scharen von Kindern haben sich dazu eingefunden. Die Bürstenfabrik Ebnat-Kappel hatte uns einen grossen Posten Zahnbürsten in allen Farben geschenkt. So bekam jedes Kind eine Zahnbürste in seiner Lieblingsfarbe. Für die Kinder dort ist das etwas Kostbares, da sie über kein Geld verfügen, um sich so etwas zu kaufen.

Wir trafen dort auf Hansueli Schär, unseren Projektarzt, der viele Patienten behandelte und die Krankenschwester Mimi weiterbildete, unter anderem auch in Akupunktur, Kräutertherapie mit einheimischen Kräutern, Herstellung von Tincturen etc.

Jeden Abend durften wir 2-3 Familien von Patenkindern in ihrem kleinen Haus besuchen. Die Gastfreundschaft war so herzlich, dass uns die Besuche eindrücklich in Erinnerung geblieben sind. Ein Haus ist etwa 4 x 5 m gross und besteht aus einem Raum. In diesem Haus lebt eine Familie mit Eltern, 5 – 12 Kindern und manchmal noch die Grosseltern dazu. Tagsüber wohnen und essen sie darin, nachts legen sie sich ohne Matratze zum Schlafen auf den Fussboden. Die allermeisten Frauen weben tagsüber ihre wunderschönen Kalingastoffe, wenn sie nicht gerade auf dem Reisfeld arbeiten. Sehr berührend war ein Erlebnis bei einer Familie, deren Vater so Rückenschmerzen hatte, dass er nie ruhig sitzen konnte. Da Lieder oft mehr ausdrücken als Worte es können, sangen wir ihnen den Kanon „Abendstille überall“ zum Abschied. Dem Vater liefen die Tränen herunter, und am nächsten Tag kam er sich bedanken für den Segen, den wir ihm mitgegeben hätten.

Die Briefe und Fotos von den Luminawa-Paten werden oft als einziger Wandschmuck im Haus hoch geehrt.

Auf dieser Reise begutachteten wir ein Projekt in der Stadt, wo Linawa, Sapis Tochter und Ruel ihr Ehemann mit Hilfe eines Luminawa-Darlehens einen kleinen Laden eröffnet haben, in dem Kalingawebereien verkauft werden. So finden die Frauen von Lubuagan überhaupt eine Verkaufsmöglichkeit und erhalten auch das Garn zum Weben. Wir waren sehr erfreut über das bisherige Ergebnis.

Glücklich waren wir auch über die Diplomierung zweier Luminawa-Studentinnen als Lehrerinnen. Im ärmsten Aussenbezirk von Lubuagan ist eine Lehrerin angestellt für 4 Klassen von insgesamt 47 Schülern, fast ohne Schulmaterial. Da die Lehrerin mit dieser Situation hoffnungslos überfordert ist, erhielten wir eine Anfrage, ob luminawa.ch bereit wäre, die zwei frisch gebackenen Lehrerinnen zu je einem halben Lohn für 2-3 Jahre zu finanzieren. Sapi als ehemaliger Gemeindeschreiber ist sich sicher, dass nach dieser Zeit die Gemeinde die Kosten der neuen Lehrerinnen übernehmen wird, wenn sich alles erfolgreich eingespielt hat. Für uns ist die Finanzierung von Lehrkräften eine gute Entwicklungsrichtung, da dann nicht einzelne Schüler unterstützt werden, sondern alle die, zur Schule wollen.

Vor unserem Abschied kamen alle Kinder mit kleinen Geschenken für uns und die Paten aus der Schweiz: ein Säcklein Kaffee, ein gewobener Gurt, ein Besen, ein farbiges Portmonee… Sie alle möchten etwas zurückgeben von dem, was sie von uns aus der Schweiz bekommen. Reich beladen und mit 20 neuen Patenschaftsanfragen sind wir gesund wieder heimgereist.

Für diejenigen, die nicht selber den langen Weg in die philippinischen Berge unter die Füsse nehmen können, gibt es bei der Geschäftsstelle ab sofort die DVD vom Luminawafilm von Thomas Lüchinger zu kaufen (30.- inkl. Porto).

Ebenso zu empfehlen ist die frisch getaufte CD von stellacruz „simplify“. Die Sängerin Estella Wiss ist in der Schweiz mit einer philippinischen Mutter und einem Schweizer Vater aufgewachsen. Diesen Frühling besuchte sie für 3 Monate das Heimatland ihrer Mutter und brachte viele selbst komponierte Songs mit nach Hause, woraus eine CD entstand. Eines der Lieder ist unseren Kalingas gewidmet, bei denen sie längere Zeit zu Gast war. Hörprobe unter www.stellacruz.ch.

Margrit Mettler-Roth

 

 

 

Reise 2009

10.-24. Aprill 

 

Mit einer kulturinteressierten Schweizergruppe machten wir uns auf die lange Reise zu unseren Projektpartnern in Lubuagan, in den philippinischen Kordilleren. Die mehrtägige Reise allein schon ist ein faszinierendes Abenteuer. Diese Reisetage waren ein guter Einstieg, uns an die örtliche Kultur mit ihrem Tempo und ihren Bedingungen anzupassen. Müde und glücklich sind wir nach 4 Tagen in Lubuagan angekommen. Auf dem Weg konnten wir feststellen, dass ein staatlicher Strassenkredit gesprochen worden ist. Ueberall stiessen wir auf die Strassenbaumaschinen und kurze betonierte Strassenabschnitte, die an verschiedene Baufirmen vergeben worden sind. Diese Strasse wird in den kommenden Jahren sicher eine Aenderung ins Chicco-river-Tal bringen.

Am Tag nach unserer Ankunft bei unserer Gastfamilie, wurde unsere Gastmutter Maria Bawer mit der Ambulanz vom Spital in Tabuk nach Hause gebracht. Sie erlitt im März 09 einen Hirnschlag mit einer halbseitigen Lähmung. Sie ist noch schwach, macht aber kleine Fortschritte. Mit Hilfe kann sie bereits ein paar Schritte gehen und den gelähmten Arm wenige Zentimeter anheben. Sie war zu Tränen gerührt von der Anteilnahme, die sie aus der Schweiz erfuhr. Wir haben viele eindrückliche Einsichten gewonnen über den Umgang mit Pflege und Heilung in der Kalingakultur.

Mit der gleichen Ambulanz wurde auch Tochter Lin-awa mit ihrem frischgeborenen zweiten Sohn nach Hause gebracht. Da ihre Wehen ausgeblieben sind, musste sie mit Kaiserschnitt gebären. Unser Arzt Hansueli Schär leistete Unterstützung und kam sogleich zu Ehren bei der Namensgebung  des Kindes: Cheya Schaer Bimuyag.

Besonders erfreulich war die Begegnung mit unseren Patenkindern. Da Semsterferien waren, waren nur etwa zwei Drittel der unterstützten Kinder im Dorf. Diese hatten dafür Zeit, uns mit ihren Tänzen und Gesängen zu erfreuen. Wir hatten die Gelegenheit, bei vielen Kindern zu Hause auf Besuch zu gehen. Im Gespräch mit den Kindern und deren Eltern haben wir erfahren, welch grosse Bedeutung der Schülersupport hat. An den letzten beiden Tagen war das Haus der Familie Bawer mit vielen Kindern belebt, die mit Feuereifer Papier und Farbstifte benutzten für ihre Brieflein an die Paten und Patinnen. Jeden Tag tauchten neue Kinder auf, die nach Schulunterstützung fragten, so dass wir mit einer ganzen Liste von neuen Patenkinde4rn heimkehrten.

Unser Besuch im Dorf fiel auf die Erntezeit des Tigergrases, aus welchem die wunderschönen Kalingabesen hergestellt werden. Ueberall konnte man Männer an ihrer Besenflechtarbeit sehen. Besen waren zu diesem Zeitpunkt das einzig erhältliche "Souvenir" im Dorf. Mit einer riesigen "Besengugelfuhr" machten wir uns nach einer intensiven Woche bei den Kalingas reich erfüllt und tief beeindruckt auf die Heimreise, auf der wir noch einen 2km langen Schlipf mit all unserem Gepäck zu Fuss überqueren mussten.

Die leuchtenden Augen der Schulkinder zu sehen, war für mich ein grosses Geschenk.

Im Namen des Luminawavereins sei den Patinnen und Paten ganz herzlich gedankt für die Unterstützung.

Margrit Mettler-Roth

 

 

 

Reise 2007

 

Eine kleine Gruppe von 6 Reisenden hat im April 2007 die Kalinga's besucht. Ein Abstecher nach Sagada und an die Küste bei San Juan rundeten die 14-tägige Reise ab